Tolle Portraitfotografie-Tipps: Annie Leibovitz’s Secrets – #033

Annie Leibovitz, eine der berühmtesten Portraitfotograf(inn)en (wenn nicht zur Zeit die berühmteste Portraitfotografin) weltweit hat ein paar Tipps für euch.

Diese Tipps lassen sich hauptsächlich, aber nicht nur auf die Portraitfotografie anwenden.

Übrigens sind in meinem Portrait-Workshop am 17.9.2022 noch Plätze frei. Also wenn du direkt loslegen willst mit lernen, komm zu mir in den Workshop. Ich würde mich freuen! 🙂 –> CLICK

Doch nun zum Video. Es sind nicht unbedingt alles neue Erkenntnisse. Aber es ist gut, sie mal als Ganzes, als Gesamtwerk zu hören. Ich fasse sie mal unten mit meinen eigenen Worten und z.T. mit eigenen Erfahrungen gespickt zusammen. Auch für diejenigen von euch, die im Englischen nicht so fit sind.

Kommunikation: “Bridge the gap”

Überbrücke die Lücke zwischen Fotograf und Model durch Gespräche und eine gute Atmosphäre. Das ist etwas, worin ich selbst anfangs gar nicht gut war. Aber das kommt mit der Zeit, wenn man sich auf die Menschen, die man fotografiert, einzulassen bereit ist, wenn man sich wirklich für sie, für ihr Inneres interessiert und nicht nur für ihr Äußeres. Die Bilder werden sofort besser. Authentischer, weniger distanziert, intimer. Das hat ganz viel mit Vertrauen zu tun.

Vorhandenes Vertrauen nutzen: “Photograph your friends”

Wenn du zunächst deine Freunde oder deine(n) Partner(in) fotografierst, nimmt das den Erfolgsdruck und du musst dich nicht so sehr um den obigen Punkt “Bridge the gap” kümmern, denn Vertrauen ist ja schon da. So kannst du dich ganz auf die Fotos konzentrieren. (Anm.d.Autors: Das funktioniert aber nicht mit jedem Freund oder Partner! 😉 Wenn’s bei jemandem nicht funktioniert, insistiere nicht, sondern akzeptiere das und such dir jemand anderen!).

Wenig Technik: “Cut down on gear”

Nimm nur das Nötigste an Ausrüstung mit. Sonst wirst du durch die “Qual der Wahl” von dem, worauf es eigentlich ankommt, ständig abgelenkt. Das kenne ich nur zu gut. Es ist zwar eine Überwindung, das schöne 70-200mm f/2.8 zuhause zu lassen und nur ein 50mm 1.8 mitzunehmen. Aber es kann sehr befreiend sein und du wirst erstaunt sein, was für interessante Bilder du machst. Vielleicht nicht zwingend perfekte Bilder. Aber inspirierende bzw. inspirierte Bilder. Dafür ist es natürlich nötig, sich von dem Druck zu lösen, jedes Mal perfekte Bilder mit nach Hause nehmen zu müssen. (Mögliche Lösung: Siehe voriger Punkt. Erfolgsdruck vermeiden. 🙂 )

Gehe auf das Model ein: “Go with the flow”

Oder: “the portrait should be driven by the subject rather than by the concept” – Das Model wird dich leiten, evtl. unterbewusst. Höre auf die Signale, die es dir sendet, halte nicht zu sehr am Konzept fest, wenn die Signale eher in eine andere Richtung gehen. Wenn du das befolgst, führt das auch hier wieder zu mehr Authentizität in den Bildern!

Analysiere Bilder: “Why does the photo work?”

Schau dir Bilder an, die dich umgeben. Warum funktionieren sie? Warum sind sie genau so gemacht worden und nicht anders? Was haben sich Fotograf und Model dabei gedacht? Schaue über den Tellerrand und beschäftige dich mit der Arbeit anderer Fotografen. Das müssen gar nicht viele sein, es müssen auch nicht die Berühmtesten sein (es geht ja nicht darum mitreden zu können, sondern es geht darum, deine Fotografie zu verbessern). Ich z.B. beschäftige mich zur Zeit sehr mit der Fotografie von Andreas Jorns und Pierre Steinhauer, weil deren Arbeit mich sehr inspiriert und ich ähnliche Dinge machen möchte. Allein von der Beschäftigung mit ihren Bildern und deren Entstehung habe ich schon viel von den beiden gelernt.

Liebe das Licht: “Learn to love light”

Was erstmal sehr esoterisch klingt, heißt eigentlich nur: Verinnerliche, wie Licht funktioniert. Also lerne, wie welches Licht wirkt. Lerne auch, die Lichtwirkung “vorauszusehen”. So kannst du Werkzeuge verwenden (Blitz, Dauerlicht, Reflektor, Abschatter, whatever), um das Bild so zu gestalten, wie du es haben möchtest und dich unabhängig vom Umgebungslicht zu machen, und die Bilder sehen trotzdem natürlich aus. Das sage ich übrigens auch immer wieder in meinem Blitzworkshop. Hier gibt es großes Frustrationspotential, gerade wenn man anfängt, mit Blitz, womöglich noch mit frontal ausgerichtetem Aufsteckblitz zu fotografieren. Das sieht in den allermeiste Fällen halt einfach nicht gut aus.

Beobachte deine Entwicklung: “Revisit old images”

Guck dir alte Bilder von dir an, schau, wie du dich entwickelt hast. Sei dein eigener Lehrer. Analysiere, warum du dich wie entwickelt hast. Vielleicht willst du auch mal zurück gehen, vielleicht war nicht jede Entwicklung vorteilhaft? Ich mache das tatsächlich ganz oft, dass ich in alten Bildern buddele. Manchmal bearbeite ich ein altes Bild, das ich damals aussortiert hatte, neu und stelle dabei fest, dass die Fotografie an sich aus heutiger Sicht eigentlich hervorragend war. Nur fehlte mir damals die Phantasie oder das Können, das Bild entsprechend zu bearbeiten. Oder mein Geschmack hat sich geändert. Das kann sehr lehrreich sein! Schmeiß nicht allzu viel weg. Es könnte nochmal wichtig werden! (Und Speicherplatz ist billig geworden)

Vielleicht das Wichtigste: “IF YOU LOVE SOMETHING, PHOTOGRAPH IT”.

Was für ein großartiger Satz! Das bezieht sich meiner Meinung nach nicht nur auf Menschen, Tiere, Dinge usw., sondern auch abstrakter auf Themen wie z.B. auf Details, Kontraste, Licht… Laufe mit der Kamera durch die Wohnung, mache Fotos von Licht/Schatten-Kontrasten, die dir gefallen. Finde Formen, Linien… Oder hol das Makro raus und fotografiere alltägliche Dinge, die du magst, mal ganz anders. Hole kleinste Details hervor, die, isoliert betrachtet, überhaupt nicht mehr für das stehen, was du so liebst. Oder die erst recht das zeigen, was du liebst: Du zeichnest gern? Fotografiere ganz nahe nur die Spitze deines Stifts anstatt den ganzen Stift. Schau, wie viele Details du darin entdeckst. Die Form der Spitze, die Unebenheiten des Strichs, den sie gerade gezeichnet hat. Du liebst Fotografie (sowieso 😉 )? Fotografiere ein offen herumliegendes Objektiv und wie das Licht einer Lampe hindurchfällt. Oder fotografiere auf der Straße Menschen, die fotografieren. Oder oder oder. Es gibt zahllose Möglichkeiten. Blicke über den Tellerrand, fotografiere auch mal ganz anders als gewohnt. Fotografiere auch mal so, dass die Bilder keinem Ideal entsprechen, keinen Regeln folgen… das ist Kunst! Du musst sie ja keinem zeigen. Aber sie werden dich irgendwo hin führen. Du wirst schon sehen, wohin. 🙂


Na, hat du Lust bekommen, mit dem Lernen loszulegen? 🙂

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MOF#015 Wie erlernt man das Fotografieren am besten?

Benutze die Automatik und konzertiere dich aufs Motiv! Nutze den Manuellmodus und lerne erstmal Blende, ISO und Verschlusszeit! Lies ein Buch! Bücher sind Mist, schau dir Youtube-Videos an! Ohne Workshops wird das eh nix! … So viele verschiedene Aussagen, wie man am besten das Fotografieren erlernen sollte. Verwirrt dich das auch? Hier liest du meine Einschätzung zum Thema.

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