Ein großes Problem bei Video-Calls ist der fehlende Augenkontakt. Entweder, du schaust auf deine Webcam, dann ist es für dein Gegenüber, als würdest du ihm in die Augen sehen. Aber du verlierst dein Gegenüber aus dem Blick. Oder du schaust auf das Videobild deines Gegenübers. Aber dann sieht es für dein Gegenüber so aus, als würdest du dauernd an ihm vorbei schauen. Je weiter deine Webcam vom Bild deines Gegenübers entfernt ist, desto weiter “schaust du an ihm vorbei”.  Das stört gar nicht mal so sehr, die Webcam ganz woanders als das Bild ist, wenn dein Gegenüber dich also z.B. von der Seite sieht. So richtig irritierend wird es aber, wenn Webcam und Bild relativ dicht beieinander sind und man so nur sehr knapp am Gegenüber “vorbei schaut”. Vielleicht kennst du das, wenn du dich real mit jemandem unterhältst, der seinem Gegenüber nicht in die Augen schauen kann und immer etwas vorbei schaut. So einen ähnlichen Effekt hat man bei Videokonferenzen oft auch. Das kann auf die Dauer sehr unangenehm sein.

Die ideale Lösung wäre also, wenn die Webcam genau an der Position zwischen den Augen des Gegenübers wäre. Das geht natürlich (noch) nicht: Man kann die Webcam ja nicht mitten in den Bildschirm bauen, schon gar nicht beweglich, so dass sie sich immer dort befindet, wo die Augen des Gegenübers auf dem Bild zu sehen sind.

(In Zukunft wird es vielleicht Technologien geben, die Kamerasensortechnik ins Display integrieren, vielleicht sogar über das ganze Display, so dass der Punkt, von dem aus aufgenommen wird, sich mit den Augen des Gegenübers im Bild mit bewegen kann. Bei Smartphones ist das in Ansätzen schon Realität: Kameras sind oft schon in der Displayfläche integriert, um das Display größer machen zu können. Aber solange wir bei Laptops und Desktop-PCs noch nicht so weit sind, möchte ich hier eine Lösung vorstellen, die für mich gut funktioniert.)

Ich möchte gern den Menschen, denen ich ein Foto-Coaching gebe oder eine sonstige Beratung via Zoom, oder auch meiner Familie, wenn ich mit ihr skype, zumindest die Illusion geben, ich würde ihnen in die Augen schauen. 

Das geht mit ziemlich einfachen Mitteln.  Klar, es geht natürlich auch sehr kompliziert, wie dieses Video zeigt.

Im Prinzip wende ich die gleiche Methode an wie im Video: Die Kamera “schaut” ungefähr aus der Perspektive der Augen des Gegenübers. Ich mache das aber viel, viel einfacher. Das Resultat ist für dein Gegenüber exakt das gleiche wie bei der Methode im Video. Nur für dich gibt es einen Unterschied: Anstatt dass du in einen “Kasten” guckst, guckst du weiterhin auf deinen Bildschirm, nur dass ein paar Quadratzentimeter des Bildschirms von der Webcam verdeckt sind. Ein großer Vorteil und ein kleiner Nachteil. Meine Methode hat noch weitere Vorteile:

  • Du kannst sie an all deinen Computern verwenden, nicht nur an einem.
  • Falls du, wie im Video, einen Laptop verwendest, ist dessen Tastatur weiterhin ganz normal benutzbar.
  • Der Umbau ist leichter und kostengünstiger.

Da wir den Bildschirm mit der Webcam ein wenig verdecken müssen, wollen wir die Webcam möglichst klein halten. Dazu lohnt es oft, die Webcam zu öffnen und nur das Innenleben zu verwenden. Wenn du aber bereits eine sehr kleine Webcam hast, kannst du sie auch komplett mit Gehäuse verwenden.

Ich habe meine Lösung so gebaut, dass ich die Höhe der Aufhängung verstellen kann. So kann ich die Webcam wahlweise am 15″-Laptop oder am 32″-Monitor betreiben. Wenn du nur einen Computer bzw. Bildschirm hast, brauchst du die Hohenverstellung nicht.

Wenn du meine Lösung nachbauen möchtest, brauchst du (die Kauf-Links sind Amazon-Afilliate-Links):

  • Eine gewöhnliche USB-Webcam, die deinen Qualitätsansprüchen genügt und kompatibel mit deinem Computer ist. Ich verwende diese hier von emeet 
  • Etwas Bastlergeschick
  • Einen Holzstab (wahlweise auch Kunststoff oder Metall, sollte aber an Heißkleber gut haften)
  • Eine Heißklebepistole
  • kräftige Pappe
  • kleine Kabelbinder
  • ca. 15cm kräftigen biegsamen Draht – z.B. diesen hier oder diesen
  • etwas kräftiges Klebeband. Ich benutze gern solches Gewebe-Isolierband
  • optional: einen schwarzen Edding

Die folgende Bilderstrecke zeigt auch ohne viel Text, wie die “Hängewebcam mit verstellbarer Hängehöhe” entstanden ist. 

Natürlich kann man das Resultat noch verschönern. Entweder, indem man ein paar Steampunk-Details anbringt, oder aber, indem man ein kleines Gehäuse aus schwarzer Pappe oder Kunststoff drumherum baut. Denn zum Design eines modernen Arbeitsplatzes passt diese Webcam nicht gerade. 

Ich für meinen Teil lasse es erst einmal, wie es ist. Mir gefällt das so! 

Wenn du es selbst erleben möchtest, wie ich dir per Video-Call in die Augen schaue, buche doch gleich ein Foto-Coaching oder einen Online-Workshop 😉 

Ich freue mich auf dich!

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